Hosting, Domain, Server & Co.: Die Grundlagen, die Ihre Website zuverlässig machen (2026)

Viele Website-Projekte scheitern nicht am Design, sondern an unsichtbaren Grundlagen: Domain, Hosting, Server, Datenbank, E-Mail und saubere Zugänge (z. B. FTP/SFTP). Wer diese Basis richtig aufsetzt, bekommt eine Website, die schnell, stabil und wartbar ist – und vermeidet typische Kostenfallen. Dieser Artikel erklärt die wichtigsten Begriffe und Entscheidungen so, dass Sie sie als Unternehmer sicher treffen können.

Inhaltsverzeichnis

  1. Das System hinter einer Website (in 60 Sekunden)
  2. Domain: Ihr digitales Grundstück
  3. DNS: Das Adressbuch des Internets
  4. Hosting & Server: Wo Ihre Website läuft
  5. Datenbank: Das Gedächtnis der Website
  6. FTP/SFTP/SSH: Zugänge – und warum Sicherheit hier zählt
  7. E-Mail: Warum „info@…“ mehr ist als Optik
  8. SSL/HTTPS: Pflicht für Vertrauen & Sicherheit
  9. Backups: Der Unterschied zwischen „ärgerlich“ und „geschäftskritisch“
  10. Wartung: Updates, Monitoring, Rechte
  11. Typische Kostenfallen (und wie Sie sie vermeiden)
  12. Setup-Checkliste für Unternehmer
  13. Wenn Sie das sauber aufsetzen möchten

Das System hinter einer Website (in 60 Sekunden)

Technisch betrachtet besteht eine typische Unternehmenswebsite aus:

  • Domain (z. B. intermakro.de) – der Name, unter dem man Sie findet.
  • DNS – leitet den Domainnamen zum richtigen Server.
  • Server/Hosting – dort liegen Dateien und die Website-Software.
  • Datenbank – speichert Inhalte, Einstellungen, Nutzer, Formulareinträge (z. B. bei WordPress).
  • HTTPS/SSL – verschlüsselt die Verbindung und ist Standard.
  • E-Mail – idealerweise professionell unter Ihrer Domain.
  • Backups + Wartung – sorgen dafür, dass alles langfristig stabil bleibt.

Gute Entscheidungen hier sparen später Zeit, Nerven und Geld – und reduzieren Sicherheitsrisiken.

Domain: Ihr digitales Grundstück

Die Domain ist mehr als nur ein Name. Sie ist Ihr Brand-Anker, Ihre E-Mail-Basis und ein langfristiger Vermögenswert.

1) Welche Domain sollte man wählen?

  • Markennah und leicht zu merken (keine komplizierten Bindestriche, keine kryptischen Abkürzungen).
  • Kurz ist meist besser als „SEO-Keyword-Domains“.
  • .de ist für DACH-Lokalkunden häufig die beste Wahl; .com als Ergänzung optional.

2) Domain-Ownership: Der wichtigste Punkt

Stellen Sie sicher, dass die Domain auf Ihr Unternehmen registriert ist und Sie die Zugänge besitzen. Domains „bei der Agentur“ oder „bei einem Bekannten“ sind ein häufiger, später teurer Fehler.

3) Domain und Hosting trennen – ja oder nein?

Trennung ist häufig sinnvoll: Domain bei einem Registrar, Hosting beim Hoster. So bleiben Sie flexibel. Aber: Es ist auch okay, beides beim gleichen Anbieter zu haben, solange der Zugriff sauber geregelt ist.

DNS: Das Adressbuch des Internets

DNS (Domain Name System) sorgt dafür, dass Ihre Domain auf den richtigen Server zeigt. Wenn DNS falsch konfiguriert ist, ist Ihre Website (oder E-Mail) im schlimmsten Fall offline.

Die wichtigsten DNS-Einträge (praktisch)

  • A-Record: Domain → IPv4-Adresse des Servers
  • AAAA-Record: Domain → IPv6-Adresse
  • CNAME: Alias (z. B. www → Domain)
  • MX: Mailserver (entscheidend für E-Mail)
  • TXT: u. a. SPF/DKIM/DMARC (E-Mail-Zustellbarkeit), Verifizierungen

Warum DNS oft „mysteriös“ wirkt

DNS-Änderungen brauchen manchmal Zeit, bis sie überall „ankommen“ (Propagation). Daher: Änderungen geplant durchführen und dokumentieren.

Hosting & Server: Wo Ihre Website läuft

Hosting entscheidet über Speed, Stabilität und Sicherheit. Für Unternehmer ist die wichtigste Frage: Welches Hosting-Modell passt zu Bedarf und Budget?

Hosting-Modelle (kurz und praxisnah)

Shared Hosting

Mehrere Websites teilen sich Ressourcen. Günstig, oft ausreichend für kleine Seiten – kann aber bei Leistungsspitzen limitieren.

  • Gut für: kleine Unternehmenswebsites, geringe Last
  • Risiko: Performance schwankt, weniger Kontrolle

Managed WordPress Hosting

Auf WordPress optimiert: bessere Defaults, Caching, Updates/Backups (je nach Anbieter).

  • Gut für: WordPress-Seiten mit Fokus auf Zuverlässigkeit
  • Risiko: teurer, manchmal eingeschränkte Flexibilität

VPS (Virtual Private Server)

Dedizierte Ressourcen in einer virtuellen Umgebung. Mehr Leistung und Kontrolle.

  • Gut für: wachsende Websites, mehrere Projekte
  • Risiko: braucht Admin-Know-how (oder Managed VPS)

Dedicated Server

Ein physischer Server nur für Sie. Für typische lokale Unternehmensseiten meist overkill.

  • Gut für: sehr hohe Last, Spezialanforderungen
  • Risiko: teuer, Admin-Aufwand

Welche Server-Kennzahlen sind wirklich relevant?

  • PHP-Version aktuell (Performance/Security)
  • RAM/CPU ausreichend (sonst „Time-outs“)
  • SSD statt HDD (heute Standard)
  • HTTP/2 oder HTTP/3 (Performance)
  • Server-Backup vorhanden (aber: siehe eigenes Backup-Kapitel)

Wichtig: Hosting ≠ Wartung

Viele verwechseln „Hoster macht Backups“ mit „Website ist gepflegt“. Hosting stellt Infrastruktur bereit – Updates, Security-Härtung und Pflege bleiben Ihre Verantwortung (oder die Ihrer Betreuung).

Datenbank: Das Gedächtnis der Website

Moderne Websites sind nicht nur „Dateien“. Inhalte, Einstellungen, Nutzerkonten und Formulareinträge liegen oft in einer Datenbank (bei WordPress typischerweise MySQL/MariaDB).

Was ist wichtig – ohne technisch zu übertreiben?

  • Backups müssen Datenbank + Dateien enthalten. Nur eins davon reicht nicht.
  • Rechte auf Datenbankbenutzer sollten minimal sein.
  • Aufräumen (Transients/Revisionen) kann Performance stabilisieren – aber nur mit Backup.

Typische Warnzeichen

  • Admin-Bereich wird langsam, obwohl Traffic gering ist.
  • Plugins hinterlassen Tabellen, obwohl sie deinstalliert sind.
  • Ungewöhnlich viele Einträge/Revisionen über Jahre.

FTP/SFTP/SSH: Zugänge – und warum Sicherheit hier zählt

Für technische Arbeiten braucht man manchmal Zugriff auf die Server-Dateien. Hier werden Begriffe oft vermischt:

  • FTP: unverschlüsselt (heute vermeiden)
  • SFTP: verschlüsselt (Standard)
  • SSH: Shell-Zugang (maximale Kontrolle; eher für Admin/Profi)

Best Practices für Zugänge

  • Nur SFTP statt FTP.
  • Eigene Benutzer pro Person/Dienstleister (keine geteilten Logins).
  • Starke Passwörter oder besser SSH-Keys (wo möglich).
  • Zugänge dokumentieren und bei Bedarf entziehen.

Warum das wichtig ist: Ein kompromittierter Zugang ist häufig „Game Over“ – weil Angreifer direkt Dateien ändern können.

E-Mail: Warum „info@IhreDomain“ mehr ist als Optik

Professionelle E-Mail unter Ihrer Domain ist ein Vertrauenssignal – und praktisch relevant, weil Zustellbarkeit (Inbox statt Spam) davon abhängt, wie sauber Ihre Domain konfiguriert ist.

Die drei Essentials für gute Zustellbarkeit

  • SPF (TXT-Record): Welche Server dürfen E-Mails für Ihre Domain senden?
  • DKIM (TXT-Record): Kryptografische Signatur – reduziert Spoofing.
  • DMARC (TXT-Record): Policy, wie Empfänger mit nicht autorisierten Mails umgehen.

Typische Fehler

  • E-Mail bei „irgendeinem Anbieter“, Domain-DNS aber woanders – ohne korrekte MX/TXT.
  • Mehrere Tools senden E-Mails (Website-Formulare, Newsletter, CRM) ohne abgestimmtes SPF/DMARC.
  • „Catch-all“-Postfächer ohne Konzept (Spam-Risiko).

SSL/HTTPS: Pflicht für Vertrauen & Sicherheit

HTTPS ist Standard. Ohne HTTPS wirken Websites unseriös und können in Browsern Warnungen auslösen. Zudem schützt HTTPS die Verbindung (z. B. bei Formularen).

  • SSL-Zertifikat aktiv (oft gratis über Let’s Encrypt)
  • Weiterleitung von http → https
  • Mixed Content vermeiden (keine http-Ressourcen auf https-Seiten)

Backups: Der Unterschied zwischen „ärgerlich“ und „geschäftskritisch“

Backups sind nicht nur „eine Datei“. Ein gutes Backup-Konzept beantwortet drei Fragen:

  1. Wie oft wird gesichert?
  2. Wo wird gesichert? (nicht nur auf dem gleichen Server)
  3. Wie schnell kann man wiederherstellen?

Minimum-Standard

  • Tägliche oder wöchentliche Backups (abhängig von Änderungsfrequenz)
  • Externe Speicherung (separater Storage/Cloud)
  • Restore-Test mindestens quartalsweise

Wichtig: Hoster-Backups sind hilfreich, ersetzen aber kein eigenes, kontrolliertes Backup-Konzept.

Wartung: Updates, Monitoring, Rechte

Die meisten Probleme entstehen nicht „am Launch-Tag“, sondern Monate später: Updates werden verschoben, Plugins altern, Zugänge bleiben offen. Wartung hält das System stabil.

Was in der Praxis wirklich zählt

  • Updates (WordPress, Themes, Plugins) nach Plan
  • Monitoring (Uptime) und Benachrichtigungen
  • Security-Basics (2FA, Login-Schutz, Rollen)
  • Dokumentation (Zugänge, DNS, E-Mail, Hosting)

Wenn Sie diese Grundlagen sauber haben, sind viele „Notfälle“ vermeidbar.

Typische Kostenfallen (und wie Sie sie vermeiden)

  • Vendor Lock-in: Domain/Hosting gehört „jemand anderem“.
    Lösung: Ownership und Admin-Zugänge immer beim Unternehmen.
  • Billig-Hosting ohne Reserven: Website wird langsam, sobald mehr passiert.
    Lösung: realistisches Paket wählen; Caching/Optimierung sauber aufsetzen.
  • Unklare E-Mail-Konfiguration: Mails landen im Spam.
    Lösung: SPF/DKIM/DMARC sauber setzen.
  • Backups nur „gefühlt“ vorhanden: Restore nie getestet.
    Lösung: Restore-Test fest einplanen.
  • Zu viele Tools senden E-Mails: Zustellbarkeit leidet.
    Lösung: zentrale Versandlogik und abgestimmte DNS-Einträge.

Setup-Checkliste für Unternehmer

Wenn Sie Ihre Website-Basis einmal sauber einrichten, sparen Sie später enorm viel Zeit. Diese Punkte sollten Sie abhaken:

  • Domain gehört dem Unternehmen, Zugänge dokumentiert
  • DNS sauber (A/AAAA/CNAME/MX/TXT), Änderungen dokumentiert
  • Hosting passend (Performance-Reserven, PHP aktuell, HTTPS aktiv)
  • SSL/HTTPS korrekt (Redirect, kein Mixed Content)
  • E-Mail sauber (SPF/DKIM/DMARC)
  • Backups extern + Restore-Test geplant
  • Nur sichere Zugänge (SFTP statt FTP), separate Benutzer
  • Monitoring aktiv (Uptime) + Benachrichtigungen

Wenn Sie Domain, Hosting & Infrastruktur sauber aufsetzen möchten

intermakro richtet Websites nicht nur „optisch“ ein, sondern setzt die technischen Grundlagen so auf, dass Ihre Seite zuverlässig läuft: Domain/DNS, Hosting-Setup, SSL, E-Mail-Basics und – wenn sinnvoll – Terminbuchung, Google Business/Maps oder weitere digitale Bausteine. Wenn Sie möchten, klären wir in einem kurzen Gespräch, was für Ihr Unternehmen sinnvoll ist – und was nicht.

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